Reisetagebuch 2. Erlebnisreise Israel

Reisezeit 10. bis 17. November 2019*

*weitere Reisetage folgen

Israel

1. Reisetag, Sonntag, 10.11.2019

Wir starteten pünktlich um 04:45 Uhr mit dem Reisebus von Blaubeuren nach München, wo wir uns um 07:20 Uhr mit den selbstanreisenden Teilnehmern trafen.

Flug nach Israel (A) (ca. 2.653km) Bus von Tel Aviv nach Arad (ca. 124 km)

Israel bzw. in Langform Staat Israel ist ein Staat in Vorderasien an der Ostküste des Mittelmeers. Israel ist der einzige Staat der Welt mit mehrheitlich jüdischer Bevölkerung und gemäß eigenem Selbstverständnis Nationalstaat des jüdischen Volkes. Israel gehört geographisch zum Maschrek und grenzt an den Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie an Gazastreifen und Westjordanland.

Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist Jerusalem, größtes Ballungszentrum ist Gusch Dan um die am Mittelmeer gelegene Metropole Tel Aviv-Jaffa. Politik und Geschichte des Staates sind erheblich durch den andauernden Nahostkonflikt geprägt.

Gründungsjahr:    14. Mai 1948
Bevölkerung:        8,892 Millionen (2018)
Vorwahl:               972
BIP:                       $ 390,7 Milliarden USD (2019)
Fläche:                  20.770 km² 
Hauptstadt:          Jerusalem
Währung:             1 Schekel = 0,26 Euro
                                             

Vormittags geplanter Abflug nach Tel Aviv. Der Flug geht über eine Entfernung von 2653 Kilometer. Der Zeitunterschied ist plus 1 Stunde. Unsere Ankunft ist somit um 15:05 Uhr geplant (Flugzeit ca. 3:45). Am Flughafen werden wir von unserer Reiseleitung Herrn Dany Walter erwartet, der uns die kommende Woche begleiten und betreuen wird. Auch werden wir 3 weitere Reiseteilnehmer treffen, die bereits einige Tage früher angereist sind.

Unsere Fahrt führt uns nach Arad, einer kleinen Stadt am Rande der Negev-Wüste. Die Strecke beträgt ca. 124 km und wir werden am Spätnachmittag im „Inbar Arad Hotel“ eintreffen. Entsprechend den Gästebewertungen gehört dieses Hotel zu „Von Gästen empfohlenen Hotels“ in Israel und hat seit 1998 einen guten Ruf.  (2 ÜN, A)

Freuen Sie sich auf eine erlebnisreiche Reise in eines der geschichtsträchtigsten Länder der Welt!

Ihr Frank Stegner

 

Worte, die von Herzen kommen, gehen

zu Herzen.

Sprichwort aus Isreal

2. Reisetag, Montag, 11.11.2019

Negev-Wüste (F,A) Arad – Sde Boker, Rundfahrt ca. 180 km

Heute genießen wir die landschaftliche Herrlichkeit der Wüste. Der Naturpark En Avdat liegt in der Nähe von Sde Boker und ist Teil der Wüste Zin.

Wasser hat über Jahrtausende eine tiefe, breite Schlucht in das weiße, weiche Kalkgestein geschnitten. Ein schmales Rinnsal durchzieht den unteren Bereich des Canyons, im mittleren Teil eröffnet sich urplötzlich in einem Seitenarm ein großer Pool, der von einem kleinen Wasserfall gespeist wird. Wir starten mit einer Wanderung zur Quelle Avdat. Sie liegt in einer Schlucht, deren weiße Steilwände sich bis zu 150 m erheben. In der scheinbar lebensfeindlichen Wüste bietet sie das wichtige Element Wasser. Hier machte schon vor 3.500 Jahren Moses mit den Kindern Israels auf dem Weg von Ägypten ins Gelobte Land halt. Das meiste Wasser dringt jedoch uneinsehbar durch Gesteinsritzen und füllt das Becken. Diese riesige Menge an Wasser, auch bei Temperaturen über 40 ° Celsius, scheint wie eine ständige Tränke für Wüstentiere, auch wenn sie leicht modrig riecht (als Trinkwasser nicht geeignet). Viel Kleingetier lebt darin, auch kleine Krebse.

Die eindringlichste Vision von David Ben Gurion, dem ersten Präsidenten Israels, war es, „die Wüste als Heimat und Hafen für Juden aus aller Welt“ zu schaffen. Er lebte diesen Traum selbst und wurde hier in Negev in Sde Boker begraben. Von seinem Grab bietet sich ein Blick auf den Zinnfluss, durch den das Volk Israel wanderte.

Vom Berg „Avnun” haben wir einen Ausblick über den „Ramonkrater”, der für seine farbenfrohen Naturfelswände berühmt ist. Mit einem Durchmesser von bis zu 40 Kilometern und einer Tiefe von 1000 Metern zählt er zu den einzigartigen Sehenswürdigkeiten Israels. Für Naturbegeisterte finden sich urzeitliche Vulkankegel, versteinerte Korallenriffe, Fossilien, Magmaspalten und -kammern sowie vielfarbige Sandsteinschichten.

Am Abend genießen wir in Kfar Hanokdim, einem Beduinenlager, ein traditionelles Abendessen. Die Umgebung ist scheinbar karg und völlig ausgedörrt, aber wer sich in die Geschichte der Bibel zurück versetzt, landet bei Abraham (Abram). Dieser zog mit seiner Karawane auf Gottes Geheiß aus der Stadt Ur in Chaldäa. Die Reise sollte ihn, den Stammvater des jüdischen Volkes (1. Mose 11,27-25,10), nach Haran (heute in der Türkei) führen.

Wer möchte, kann dem Wüstenwind lauschen oder bei Nacht unbeeinträchtigt im Sternenhimmel versinken.

3. Reisetag, Dienstag, 12.11.2019

Totes Meer – Ein Fescha - Masada (F,A) (ca. 135 km)

Morgens geht es zum Toten Meer, das 400 m unter dem Meeresspiegel liegt. Wir besichtigen die jüdische Felsenfestung Masada – ein schroffer Fels am Toten Meer, ein Hochplateau, eine Festung, ein Mythos. Vom jüdischen König Herodes aus Angst vor dem eigenen Volk zum Bollwerk ausgebaut, aus Furcht, Kleopatra könnte sein Reich erobern.

100 Jahre später wird Masada zum Schauplatz einer jüdischen Katastrophe. Nachdem die Römer den Aufstand der Juden niedergeschlagen haben und Jerusalem im Jahre 70 in Flammen aufgegangen ist, versammeln sich in der Festung Masada die letzten Überlebenden.

Im Jahre 72 beginnen die Römer mit der Belagerung der scheinbar uneinnehmbaren Festung. Sie bauen einen gewaltigen Damm hinauf zur Burg. Die Eingeschlossenen wissen, dass die Stunde geschlagen hat. In einer dramatischen Rede fordert der Anführer den kollektiven Selbstmord. Sklaverei oder Freiheit zum Tod! Am nächsten Morgen finden die stürmenden Römer fast 1.000 Leichen. Ein paar wenige Menschen haben überlebt. Der kollektive Tod, die Radikalität der Entscheidung, haben Masada zum Mythos gemacht. Hier sehen wir die Ruinen des Herodes-Palastes und die Wohngebäude der Menschen die hier von 70 bis 73 n. Chr. während der Belagerung des Felsens durch die Römer in der Zeit des jüdischen Krieges lebten.

Über die Mittagszeit haben wir Gelegenheit, im Toten Meer zu baden. Nirgendwo auf der Welt können Sie – bei so schöner Umgebung – das Gefühl erleben, so sicher vom Wasser getragen zu werden. Der Salzgehalt liegt zwischen 28 und 33 Prozent, entspricht also dem einer Sole. Darum sollte der Badende nicht länger als 30 Minuten pro Tag im Wasser verweilen.

Die Bezeichnung Schwimmen wäre unangebracht, weil ein normales Schwimmen im üblichen Sinn nicht möglich ist. Vielmehr bewegt man sich durch dickflüssiges Wasser, das sich zwischen den Fingern ölig anfühlt. Untergehen ist ausgeschlossen, denn der Körper treibt bei diesem enormen Salzgehalt von selbst nach oben. An manchen Badestellen finden sich auf dem Boden Hühnerei große Salzkristallkugeln, die als kostenloses Souvenir Einmaligkeit besitzen. Der sehr hohe Salzgehalt, entsteht durch die Verdunstung des abflusslosen „Meeres”, die die Wasserzufuhr bei weitem übertrifft.

Danach besuchen wir die größte Wasseroase mit Schilfen und Tamarisken mitten in der Judäischen Wüste, Ain Feshkha. Diese Oase ist das tiefst gelegene Naturschutzgebiet der Welt und eins der schönsten. Hier können wir zahlreiche Wasserteiche mit Fischen und kleinen Flüssen zum Toten Meer entdecken, die sich in den letzten 100 Jahren entwickelten, nachdem im Laufe der Jahre der Wasserspiegel des Toten Meers permanent gesunken ist.

Von hier geht die Fahrt hinauf in Richtung Jerusalem, vorbei am Wadi Kelt, wo wir bei ausreichend Zeit einen Blick auf das wunderschön gelegene St. Georgs-Kloster werfen.

Das Kloster des Heiligen Georg wurde im Jahr 420 von fünf syrischen Eremiten gegründet und über einer Schlucht mitten in den Fels hineingebaut. Bis dahin lebten sie in gewöhnlichen Höhlen. Rund ein Jahrhundert danach bauten die Mönche einen 15 Meter hohen Glockenturm, eine Kuppelkapelle ein paar Räume, die um einen offenen Innenhof angesiedelt sind.

Nach ihrer späteren Zerstörung, wurden die Bauten um das Jahr 1000 wieder aufgebaut und später von Kreuzfahrern weiter instandgesetzt. Doch auch danach wurde es erneut zerstört. Das Kloster in der heutigen Form ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Einige Eremiten leben noch heute in den umgebenden Höhlen.

Weiterfahrt zum Hotel.

Dan Jerusalem Hotel, Jerusalem (2 ÜN)  

Das Hotel wurde um eine Reihe von wunderschönen Innenhöfen herum entworfen und befindet sich an den historischen Hängen des Skopus mit Blick auf die berühmte Skyline Jerusalems und die sanften judäischen Hügel. Das Hotel befindet sich in ruhiger Lage, abseits vom Trubel des Stadtzentrums, in der Nähe des Mount Scopus-Campus der Hebräischen Universität von Jerusalem und des weltberühmten Hadassah Medical Center.

4. Reisetag, Mittwoch, 13.11.2019

Jerusalem - Bethlehem (F,A)

Am Morgen besichtigen wir die Klagemauer, das größte Heiligtum der Juden – ein faszinierendes Erlebnis. Die Klagemauer, wie sich der Rest der Stützmauer zum ehemaligen Zweiten Tempel der Juden unter Nicht-Juden nennt, befindet sich in der Altstadt Jerusalems und ist eine der wichtigsten religiösen Stätten des Judentums. Im Hebräischen wird dieser Ort ha’ma’arawi (dt. Westliche Mauer; engl. Western Wall) und umgangssprachlich Kotel (dt. Mauer) genannt, da sie für Juden kein Ort der Klage, sondern des Gebets ist.

Nach Möglichkeit geht es anschließend auf den Tempelberg, wo heute zwei Moscheen, der Felsendom und die El-Akza Moschee, stehen. Der Tempelberg ist ein Hochplateau in der Altstadt von Jerusalem, errichtet von Herodes vor rund 2000 Jahren. Dieser Ort ist für die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und den Islam von herausragender Bedeutung. Weit über die Stadt sichtbar überwölbt die goldene Kuppel des Felsendoms den heiligen Felsen. Die Moschee ist mit Marmor und strahlend blauen Kacheln verkleidet, in den Arkaden schimmern prächtige Mosaike.

In der Altstadt folgen wir später, vorbei am Österreichischen Hospiz und durch die Gassen des Basars, der Via Dolorosa, dem Kreuzweg Jesus.

Via Dolorosa ist lateinisch, das heißt in der Übersetzung „Der schmerzhafte Weg bzw. Leidensweg“, das ist die Straße, die durch die Altstadt Jerusalems vom Stephanstor zur Grabeskirche führt, die durch das Labyrinth von über und untereinander liegenden Kapellen und Seitenkapellen ein ganz besonderes Bauwerk ist. Nach der Überlieferung ist die Via Dolorosa jene Straße, die zur Zeit des Todes von Jesus vom Amtssitz des römischen Statthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte am Hügel Golgata führte. Weil sich sowohl der Straßenverlauf als auch das Niveau der Stadt über die letzten 2000 Jahre stark verändert haben, muss dieser Weg mehr als Verbindung von Gedenkstätten als eine Wanderung in Jesu Fußstapfen gesehen werden.  

Bei zeitlicher Verfügbarkeit legen wir einen Stopp an der Halle der Kinder in der Gedenkstätte Yad Vashem ein. Weiter besuchen wir hier eine Synagoge, um einen kurzen Einblick in das jüdische Leben zu erhalten, bevor es am Nachmittag nach Bethlehem in die autonomen Palästinensergebiete geht.

In der Geburtsstadt von Jesus steht der Besuch der Geburtskirche auf dem Programm.

Geburtskirche – Stall oder Höhle? Die im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Ansicht, dass es sich bei der Geburtsstelle Jesu um einen in unserem Kulturkreis bekannten Stall handelte, ist nach Ansicht von Wissenschaftlern sehr unwahrscheinlich. In dieser Region hielten nach deren Erkenntnis viele Hirten ihre Herden in Höhlen. Zudem gab es seinerzeit Häuser mit mehreren Etagen, in dem das Erdgeschoss als Stall für Tiere vorgesehen war, während das oder die Geschosse darüber als kombinierter Ess-, Schlaf- und Wohnraum genutzt wurden.

Die Kirche wurde im Jahr 333 an der Stelle errichtet, wo Jesus Christus nach Ansicht der damaligen Erbauer geboren sein soll. Dieser Ort sei bereits im 2. Jahrhundert als Geburtsstätte verehrt worden. Im Untergeschoss der Geburtskirche befindet sich die Geburtsgrotte. Diese wurde durch einen 14-zackigen Stern, der genau auf der Mittelachse der Kirche liegt, im Jahr 1717 durch die katholische Kirche geschmückt.

Er trägt die Inschrift “Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est” (Übers.: Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren).

Dadurch kam es zwischen den Konfessionen zu Auseinandersetzungen über die Verwendung des Gebäudes. Die Beteiligten einigten sich, dass der Hauptaltar und die rechten Seitenaltäre den Griechen gehören, zwei Seitenaltäre auf der linken Seite den Armeniern und den Katholiken der Dreikönigsaltar, der Stern unter dem Geburtsaltar, die Hieronymusgrotten sowie der Platz neben der Kirche. Dort errichteten sie an der Stelle einer früheren Kirche im Jahr 1881 die römisch-katholische Katharinenkirche.